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Was ist ein XXX-Träger ?
XXX-Traeger: Allgemeine Kurzinfo
Mit der Verfügbarkeit neuartiger Vollgewindeschrauben bis 600 mm Länge
ist auch die Konstruktion und Berechnung spezieller Träger möglich geworden.
Ober- und Untergurte aus KVH oder Furnierschichtholz (KERTO-S) werden
unter 45 grad kreuzweise verschraubt, sodass ein extrem materialarmer Steg in XXX-Form
entsteht. Die Tragfähigkeit des Trägers lässt sich durch folgende Parameter variieren:
- Gurtgeometrie und Gurtmaterial
- Schraubenabstand
- Schraubendurchmesser und
- Schraubenlänge (Trägerhöhe).
Die Anwendungsbereiche sind ähnlich wie bei den bekannten Leichtbau-Trägern
Nail-Web (Wellsteg), TJI bzw. FJI mit einem Steg aus OSB-Platten. Durch spezielle
Eigenschaften sind ggf. auch spezielle Anwendungen denkbar:
- nahezu beliebige Querinstallationen (Rohre, Kabel usw.) durch die offene Bauweise
- Durchdringungen (unterschiedliche Trägerhöhen) leicht möglich
- Bei Verschraubungen durch Schaum-Dämmstoff hindurch (Stegbereich) sind
minimale Wärmebrücken möglich.
- Herstellung von flächigen XXX-Elementen (mit oder ohne Dämmstoff) mit
ein- oder zweiachsiger Tragwirkung
- Anwendung als Dach-, Decken- oder Wandträger
- Anwendung des XXX-Prinzips für die Schubverstärkung von anderen Leichtbauträgern
(z.B. TJI) mit grossen Durchbrüchen.
Eine weitere (praktisch sehr bedeutende) Anwendung der Schrägverschraubung von
Vollgewindeschrauben ist das UHB-Sanierungsverfahren für Holzbalkendecken nach
Prof. Berg. Das Tragverhalten des XXX-Trägers und der UHB-Decke basiert auf den
gleichen prinzipiellen technischen Zusammenhängen.
XXX-Traeger: Nachweis des Verbundquerschnittes
Massgebende Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit des XXX-Trägers ist
der grosse Verschiebungsmodul der 45 grad-Verschraubung der
Vollgewindeschrauben.
Die Verschiebungssteifigkeit der Schrägverschraubung ist ca. 6 bis 8-fach
grösser als bei einer Verschraubung rechtwinklig zur Holzfaserrichtung.
Berechnungsprinzip des nachgiebig verbundenen Querschnittes des XXX-Trägers
ist die Umsetzung des Schubflusses in eine axiale Zug- und Druckbeanspruchung
der schrägen Schrauben.
Dabei übernimmt die bogenartig nach aussen zeigende Schraube die Druckkräfte
des Systems und ist damit auch knickgefährdet. Die u.g. Bilder aus unseren
Versuchsreihen zeigen dies sehr deutlich.
Die Tragfähigkeit des XXX-Systems basiert nahezu ausschliesslich auf dem
Steiner'schem Anteil der Trägheitsmomente der Gurte.
Neben den Nachweisen der Grenzzustände der Tragfähigkeit und der Gebrauchs-
tauglichkeit ist die Einhaltung der Mindestabstände
der Schrauben nach der entspr. Zulassung bzw. nach DIN 1052: 2004
ein wesentliches Thema des technischen Webservices H914XXX.
XXX-Traeger: Belastungsversuche, Versagensarten
Für die Validierung der theoretischen Ansätze in den Webservices für die Berechnung
der XXX-Träger (H914XXX) bzw. der UHB-Decken (H914UHB) haben wir einen 250 kN-
Versuchsstand aufgebaut. Die unterschiedlichen Trägerkonstruktionen werden bis
zum Bruch belastet und mit den vorausberechneten charakteristischen bzw.
Bemessungslasten verglichen. Mit Kraftmessdosen und Messuhren werden
exakte Kraft-Verformungsbeziehungen bis zum Versagen des Trägers festgehalten.
Die folgenden Bilder geben einen Eindruck von diesen Versuchen.
XXX-Traeger: Spezialanwendungen 1
Verdeckter XXX-Träger
Im Zusammenhang mit der Sanierung von Holzbalkendecken (z.B. UHB-Verfahren) ist
bei Systemen mit grossen Balkenabständen e > ca. 1.30 m ein sehr hoher Aufwand
für die statische Ertüchtigung der Decke erforderlich. Hier ist mit dem verdeckten
XXX-Träger eine neuartige Sonderlösung möglich. Durch das Gefach (Lehmschlag,
Schlacke o.ä.) oder auch die Dielung hindurch werden zwei Gurte aus KVH oder
Furnierschichtholz mit der typischen Schrägverschraubung mit Vollgewindeschrauben
zu einem schubfesten System verbunden. Die Auflagerung des nachträglich einge-
zogenen Trägers erfolgt durch Abhängung an einer Querversteifung, Einstemmen
der Gurte oder spezielle Balkenschuhe.
Auch die Einleitung grösserer Einzellasten oder der Ersatz vorhandener Deckenbalken
können mit diesem Verfahren elegant gelöst werden.
XXX-Traeger: Spezialanwendungen 2
XXX-Trägerroste (zweiachsige Lastabtragung)
Die Spezifik der Konstruktion des XXX-Trägers erlaubt eine räumliche Durchdringung
mehrerer derartiger Träger. Damit ist der Aufbau von Trägerrosten möglich, die
bei einer relativ geringen Bauhöhe eine zweiachsige Lastabtragung realisieren.
Mit den z.Zt. verfügbaren Vollgewindeschrauben bis 12 x 600 mm sind erhebliche
Systemsteifigkeiten zu erreichen. Durch evtl. vorhandene Wärmedämmplatten
(Styropor, PUR) wird einfach hindurchgeschraubt. Die Installation von Versorgungs-
leitungen ist nicht mit einer Schwächung der Tragstruktur verbunden. Die Einsatz-
möglichkeiten erweitern sich damit auf Sonderlösungen für Wand, Decke und Dach.
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